Naturlehrpfad im Feuchtgebiet
Altes Neckarbett: Gruppe von Interessierten arbeitet an Umsetzung einer Idee, die in Kooperation mit der TU Darmstadt entstand
Etwa 20 Riedstädter - Landwirte, Lehrer, Jäger, Heimatinteressierte, Vogel- und Naturschützer - kamen am Donnerstag zur Auftaktveranstaltung "Naturlehrpfad Altes Neckarbett" in die Martin-Niemöller-Schule. Das Riedstädter Agenda-Büro hatte eingeladen, um die in einer Diplomarbeit beschriebene Idee, nördlich Goddelaus einen Naturlehrpfad anzulegen, bedürfnisgerecht umzusetzen.
Bereits 1995 habe die Riedstädter Gemeindevertretung beschlossen, die feuchten ehemaligen Flussschlingen in der Riedstädter Gemarkung - besonders nördlich Goddelaus - "für eine naturnahe Nutzung sicherzustellen", berichtete Barbara Stowasser vom Agenda-Büro: 1996 seien dann die ersten Flächen zu diesem Zweck angekauft worden. Das Regierungspräsidium Darmstadt habe 1998 diese Fluren rechts und links des Scheidgrabens "als schutzwürdige geplante Naturschutzgebiete" in den Regionalplan aufgenommen, informierte sie.
Die Diplomarbeit, in der für diesen Bereich ein Naturlehrpfad vorgeschlagen wird, sei das Ergebnis der Agenda-Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt. Da die Gemeindevertretung im Herbst 2001 die Verwaltung beauftragt habe, die Möglichkeiten für die Umsetzung dieser Arbeit zu prüfen, habe man zur Bürgerbeteiligung eingeladen.
Franca Schirrmacher und Gerhard Eppler als externe Moderatoren ließen zu Beginn der Diskussion die Teilnehmer ihre Vorstellung von einem Erlebnispfad beschreiben. Befürworter des Lehrpfades sahen darin eine Möglichkeit, die positive Einstellung zur natürlichen Umwelt zu festigen ? was man selbst begreifen könne, präge sich besser ein. Dies gelte besonders für Schüler: Die nahe gelegene Schule könne dort praxisbetont unterrichten ? besser als auf dem umständlich zu erreichenden Kühkopf.
Die Skeptiker in der Runde befürchteten, dass durch das Treiben auf solch einem Pfad die Natur das jetzt noch intakte Refugium für die Tiere gestört werde. Sie schilderten auch, dass die Flussschlingen in feuchten Jahren nur über Stege oder zu bauende Knüppeldämme zu erreichen seien: diese künstlichen Bauwerke passten nicht in das sensible Gebiet. Das letzte Stück Natur dort dürfe nicht zerstört werden, war ihr Argument.
Während der Gruppenarbeit ? in der detailliert überlegt wurde, welche Zielgruppen solch ein Pfad ansprechen könnte, was dargestellt werden solle oder auch welchen Gewinn ein Spaziergang über den Pfad bringen könne - näherten sich die Standpunkte an. Dazu trug auch bei, dass Baudezernent Norbert Schaffner betonte: "Es soll nichts gegen den Willen der Riedstädter Bevölkerung durchgesetzt werden."
Nach der Auftaktveranstaltung ist am 2. November (Samstag) eine Ortsbesichtigung geplant, bei der sich die Beteiligten einen Eindruck von der Gegend verschaffen wollen; Treffpunkt ist um 14 Uhr der Parkplatz am Goddelauer Schwimmbad.
Darmstädter Echo, 19.10.2002
