Sicher nach Hause
"Disco-Bus": Angebot für Riedstädter Jugendliche muss sich noch herumsprechen
Startschwierigkeiten der Aktion "Sicher nach Hause" mit dem Wochenend-Shuttle Griesheim-Riedstadt: Mit nur fünf Gästen, die das Angebot am Wochenende nutzten, war die Nachfrage gering. Die Agenda-Gruppe "Öffentlich noch mobiler" hatte viel Arbeit in die Vorbereitung des Testangebotes gesteckt. Das Genehmigungsverfahren erstreckte sich über mehrere Wochen, Sponsoren mussten gesucht und überzeugt werden. Eine Umfrage an der Goddelauer Martin-Niemöller-Schule hatte ergeben, dass viele Jugendliche trotz der guten Anbindung an Frankfurt am Wochenende in Darmstadt unterwegs sind. Erfelden und Leeheim lägen "de facto hinter dem Deich", wie Werner Höfer von der Agenda-Gruppe formulierte.
Um nicht auf das Taxi oder Eltern angewiesen zu sein, sollten Jugendliche die Möglichkeit haben, nachts mit dem Bus heimfahren zu können. Auch für ältere Riedstädter sei das Angebot gedacht: Nach einem Kneipenabend können sie das Auto getrost stehen lassen.
Für einen Euro pro Fahrt wird auch an den folgenden September Wochenenden um 1.35 Uhr der Bus der Familie Müller an der Endhaltestelle der Linie 9 in Griesheim warten und für eine sichere Heimfahrt sorgen. Das Ehepaar Coussard war von dieser Möglichkeit begeistert: "Wir haben erst gedacht, wir kriegen keinen Platz." Warum der Bus fast leer war, können auch sie sich nicht erklären - das Angebot sei doch "die tollste Idee". Sie regten an, nicht nur in Riedstädter Publikationen zu werben, sondern auch an den Bushaltestellen. Die Nachfrage an den folgenden Wochenenden wird entscheiden, ob der Shuttle zur Dauereinrichtung wird. Am letzten Wochenende im September ist der Griesheimer Zwiebelmarkt. Vielleicht kommen dann mehr Riedstädter auf die Idee, dieses gut gemeinte Angebot zu nutzen.
Darmstädter Echo, 09.09.2002
