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Grobplanung für sanften Tourismus

Perspektivenausschuss: Konzeptvarianten zur Aufwertung des Riedsees in der Diskussion

RIEDSTADT. Im Juli vergangenen Jahres präsentierten fünf Studenten der Technischen Universität Darmstadt (TU) das Ergebnis ihrer Seminararbeit: Konzeptvarianten zur Aufwertung des Riedsees. Unter dem Titel "St. Tropez am Baggersee" stellten sie fünf Entwicklungsmöglichkeiten vor, von der Naturlösung bis zur "großen Lösung" mit intensivem Bade- und Wassersportbetrieb bei gleichzeitiger Verdrängung des Naturraumes.

Jetzt befasste sich der Perspektivenausschuss mit den Vorschlägen. Man kam überein, die Umsetzungsmöglichkeiten der "kleinen" und "mittleren" Lösung weiter zu untersuchen. Zur "kleinen Lösung" machten die Studenten Verbesserungsvorschläge für die Infrastruktur (Spielgeräte, Kiosk, Rettungswege, Bushaltestelle, Wegenetz) und schlugen vor, die Naturräume zu sichern. Insgesamt sieht diese Variante "nur geringe Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität" vor.

Die "mittlere Lösung" geht von einem "räumlichen Verbundsystem" aus, bei dem auch das Gebiet zwischen Leeheim und Riedsee umgestaltet werden sollte: Wegbegleitgrün, Grillhütte, Spielplatz. Die Studenten schlugen zudem vor, Biotop-Korridore einzufügen, und gingen von einem "ganzjährigen sanften Tourismus mit Naherholungscharakter" aus. Deshalb sollte sowohl der Basisstrand erweitert werden als auch das Gaststätten- und Restaurantangebot.

Da die Verwaltung in der Lage sei, "mit vernünftigem Arbeitsaufwand" die Lösungsideen zu einer Grobplanung mit Finanzkalkulation zu verdichten, bekam sie am Donnerstag vom Ausschuss den entsprechenden Auftrag.

Die Kreis-Initiative für ein Technologie- und Gründerzentrum im Südkreis war ein weiterer Tagesordnungspunkt im Ausschuss. Der Kreis habe seine Vorstellungen zu Papier gebracht, berichtete Ausschussvorsitzender Jürgen Lenschow: Die Unterlagen würden in nächster Zeit den vier Südkreiskommunen präsentiert; die Riedstädter Verwaltung werde das Konzept dem Perspektivenausschuss zuleiten. In der nächsten Ausschusssitzung am 26. September um 19.30 Uhr im Rathaus Crumstadt soll es beraten werden.

Denn Riedstadt will das Gründerzentrum im Wolfskehler Baugebiet ansiedeln. Bürgermeister Gerald Kummer berichtete, dass er darüber mit Vertretern der TU gesprochen habe: Riedstadt wünscht sich im Rahmen der kooperativen Zusammenarbeit Unterstützung für die Ausgestaltung eines solchen Zentrums.

Drittes Ausschussthema war das Indikatorensystem zu Riedstadts Agenda - eine Systematik typischer Eckdaten (etwa Gewässergüte, Flächenverbrauch, Bodennutzung ?), deren Veränderung Rückschlüsse auf den Erfolg bei der Umsetzung der Agenda 21 zuläßt. Der Perspektivenausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung, das vorliegende Papier am 24. Oktober im Parlament zu beschließen.

Darmstädter Echo, 19.08.2002