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Aktivitäten werden koordiniert

Klima und Luft: Arbeitsgemeinschaft in Riedstadt gibt Empfehlungen, um Luftqualität zu verbessern - Zuständigkeit nun beim "Regionalen Klimabündnis Starkenburg"

RIEDSTADT. Die aus der der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft SAV Biebesheim (KAG) entstandene projektbegleitende Arbeitsgruppe "Klima und Luft" hat ihren Abschlussbericht vorgelegt und bereits an alle Mitgliedskommunen weitergeleitet. Dort sollen die Vorschläge diskutiert und entsprechende Beschlüsse zur Umsetzung gefasst werden, ist der Wunsch der Teilnehmer.

"Ziel war es, allen Kommunen und Kreisen Anregungen für eigene Agenda-Prozesse zu geben", sagt Hans-Jürgen Unger, Leiter des Umweltamtes in Riedstadt. Für die künftige Koordinierung der Aktivitäten sei nun das Regionale Klimabündnis Starkenburg in Darmstadt zuständig. Die KAG werde sich nicht weiter in das Thema vertiefen, so Unger. Das Projekt solle auf die regionale Ebene gehoben werden und dadurch eine stärkere politische Bedeutung erfahren.

Im Regionalbüro Starkenburg wurden die Ergebnisse aller Kommunen zusammengeführt, gesichtet und ausgewertet. Die erste Phase ist also abgeschlossen.

Nun wird ein Konzept erarbeitet, das die Mitglieder in Kürze besprechen wollen. Dann sollen die identifizierten Schwerpunkte in einer zweiten Phase umgesetzt werden. Der Erfahrungsaustausch der Kommunen und die Information der Öffentlichkeit sollen dabei im Vordergrund stehen.Zudem wurde die Schadstoffbelastung durch Betriebe in Gewerbe, Handwerk und Industrie in die Untersuchung mit einbezogen, genauso wie Belastungen, die durch Landwirtschaft, Kraftwerke und Abfallbehandlungsanlagen entstehen. "Der Schwerpunkt der Untersuchung lag dabei auf kleinen Emittenten - handwerklichen Betrieben, wie beispielsweise einer Lackiererei", erläutert Unger. Schließlich sei die Summe der vielen kleinen Betriebe ein wichtiger Punkt bei der Betrachtung. Die Projektgruppe kam zu dem Ergebnis, dass die aktuelle Luftbelastung im Untersuchungsgebiet (die Kreise Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg) keine unmittelbare Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstelle. Dennoch sei anzuraten, die "mäßig gute" Luftqualität zu verbessern.

Um zum Beispiel das Kfz-Verkehrsaufkommen zu reduzieren, müssten die Kommunen geeignete Strategien und Konzepte erarbeiten: Öffentlicher Verkehr und emissionsarme Fortbewegungsmittel müssten gefördert, eine "Stadt der kurzen Wege" konzipiert werden. Der Kfz-Verkehr verursache immerhin knapp ein Drittel der gesamten Kohlendioxid-Emissionen aus den beiden Landkreisen Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau, ermittelte die Projektgruppe.

Die Hälfte der Kohlendioxid-Emissionen werde durch "Hausbrand" - Emissionsbelastung etwa durch veraltete Technik oder schlechte Wärmedämmung - verursacht. Hier müsse man vor allem durch Beratungs- und Informationsangebote eine Verbesserung erzielen.

Darmstädter Echo, 16.08.2002