Von Rio nach Riedstadt
Agenda 21: Verwaltung informiert in einer Broschüre über Inhalte der lokalen Aktionen
In der kürzlich veröffentlichten Broschüre "Agenda 21 - Riedstadt" dokumentiert die Gemeinde die Inhalte und Ziele sowie die Umsetzung der Vereinbarung auf lokaler Ebene. Agenda 21 bezeichnet einen Beschluss, den über 170 Staaten vor zehn Jahren bei einer Konferenz der Vereinten Nationen im brasilianischen Rio de Janeiro unterzeichnet haben.
Er beschreibt ein Aktionsprogramm für eine umweltgerechte und nachhaltige Entwicklung. Industrie- und Entwicklungsländer sollen angeregt werden, Umweltschutz mit anderen Politikfeldern zu verbinden. In der nun vorliegenden Broschüre wird der Riedstädter Beitrag zu diesen weltweiten Bemühungen dokumentiert.
In den vergangenen fünf Jahren haben sich viele Bewohner in Arbeitsgruppen und Workshops Gedanken über die Entwicklung der Gemeinde gemacht. In Kooperation mit dem Zentrum für interdisziplinäre Technikforschung der Technischen Universität Darmstadt wurden Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung im Dialog mit Politik, Verwaltung und Bürgern erarbeitet.
So wurden beispielsweise Projekte im Klimaschutz, der Siedlungsentwicklung, der Verkehrsplanung und dem Naturschutz angestoßen. Die Riedstädter Agenda umfasst insgesamt sieben Themengruppen.
Über 40 wissenschaftliche Einzelbeiträge unterstützten diese Aktivitäten. Zudem tauschten sich Studenten und Bürger in Projektseminaren aus. Da die Beteiligungskultur eine der tragenden Säulen des Agenda-Prozesses ist, war es das Ziel, möglichst viele Bürger in Arbeitsgruppen miteinzubeziehen.
So gab es in Riedstadt Gruppen zu den unterschiedlichsten Themen, deren Arbeit zum Teil abgeschlossen ist, bei anderen dauert das Engagement noch an. Die Arbeitsgruppe "Entwicklungsperspektiven für die Landwirtschaft" erstellte beispielsweise zweimal einen "grünen Pfad", der über die wichtigsten Feldfrüchte und ihre Anbaubedingungen informierte.
Die Arbeitsgruppe Naturschutz pflanzte Bäume in Leeheim, die Gruppe "Tauschwas" richtete eine Tauschbörse für Riedstadt und Umgebung ein. Beim "Energietisch" arbeiteten auch Architekten, Ingenieure, Handwerksbetriebe und Umweltverbände mit und erarbeiteten ein Konzept für die ökologisch und wirtschaftlich optimale Energieversorgung im Baugebiet Goddelau "Am Hohen Weg". Die Empfehlungen wurden in den Bebauungsplan aufgenommen.
Ein weiteres Themenfeld bearbeitete die Arbeitsgruppe "Siedlungsentwicklung und Verkehr": Die Teilnehmer beschäftigten sich mit dem Bebauungsplan in Goddelaus Ortsmitte und den Schwachstellen in der lokalen Verkehrssituation. Vorschläge für neue Projektgruppen und weitere Interessierte sind willkommen, meldet die Gemeinde Riedstadt.
Im August werden die einzelnen Nationen über die Agendaprozesse in ihrem Land auf dem zweiten Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung im südafrikanischen Johannisburg berichten. Dazu werden Vertreter aus 188 Staaten erwartet. Dann sollen auch neue Strategien erarbeitet werden.
Die Broschüre liegt im Umweltamt aus, Telefon 06158 188 6711. im Internet sind die Ergebnisse unter www.riedstadt.de dokumentiert.
Darmstädter Echo, 27.07.2002
