Maßnahmen bis ins Detail
Agendagruppe schließt Diskussion um Zielekatalog ab
Mit überwältigender Mehrheit verabschiedete die Agenda-Arbeitsgruppe "Siedlungsentwicklung und Verkehr" (AG) am Mittwoch die von ihr formulierten Ziele, die nach Ansicht dieser Bürgergruppe künftig Bestandteil der Lokalen Agenda sein sollen.
Seit beim Zukunftsworkshop im März mögliche Ziele und Maßnahmen für eine zukunftsfähige Entwicklung Riedstadts formuliert worden waren, hatten die einzelnen Arbeits- und Interessengruppen diese Texte mehrfach sorgfältig abgeklopft und Stellungnahmen wie auch neuere Erkenntnisse in den Zielkatalog eingearbeitet.
Dabei wurde auch in der AG um einzelne Formulierungen gerungen; selbst beim übergeordneten Text, der als Leitlinie Riedstadts Handeln bestimmen soll. Dieser stützt sich im Prinzip auf die auch von anderen europäischen Städten verabschiedete Vereinbarung zur Entwicklung, der Charta von Aalborg, und lautet: "Die Gemeinde Riedstadt wird sich gemäß der Charta von Aalborg bemühen, das Aufkommen an individuellem motorisiertem Verkehr zu senken und dabei dennoch die Erschließungsqualität zu verbessern.
Das soziale Wohl sowie die gewachsene dörfliche Wohn- und Lebensqualität sollen aufrecht erhalten werden. In einer zukunftsbeständigen Gemeinde Riedstadt mit ihren fünf Ortsteilen muss unbedingt die erzwungene Mobilität verringert werden. Unnötiger Kraftfahrzeuggebrauch sollte vermieden und nicht länger gefördert werden.
Die Gemeinde Riedstadt wird ökologisch verträglichen Fortbewegungsarten (insbesondere zu Fuß gehen, Rad fahren, ÖPNV) den Vorrang einräumen. Der Verbund dieser Verkehrsarten wird in den Mittelpunkt der Planungsarbeiten gestellt.
Motorisierten Individualverkehrsmitteln sollte nur die ergänzende Aufgabe zukommen, den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr zu erreichen und die wirtschaftliche und soziale Aktivität der Gemeinde Riedstadt mit ihren fünf Ortsteilen aufrecht zu erhalten."
Um diesem Leitbild zu genügen formulierte die AG zahlreiche Einzelziele und umzusetzende Maßnahmen. Exemplarisch seien daraus genannt: Tempo 30 auf allen Haupt- und Nebenstraßen innerhalb der Ortsteile, Durchfahrtsverbot für Lastwagen bei zumutbaren Umgehungsrouten, Verkehrsberuhigte Ortsmitten, Stärkung lokaler und regionaler Anbieter fü das Einkaufen in den Ortszentren, Ringbusse durch Riedstadts Ortsteile, durchgehende Rad- und Fußwegenetze, Schüler- und Jobtickets, ein Parkleitsystem für die Ortsteile und vieles andere mehr. Die Maßnahmen gehen teils ins Detail und schreiben etwa vor "Schulwege mit einem großen Farbfuß zu markieren".
Die weitere Prozedur sieht vor, dass die Zielekataloge sämtlicher Riedstädter Agendagruppen bei einem Zukunftsworkshop am 23. September zum Entwurf der Lokalen Agenda für Riedstadt zusammengefasst werden sollen; am 30. November will das Parlament dann darüber beschließen.
Darmstädter Echo, 11.08.2000
