Erster Ansatzpunkt: Tarife
Agendagruppe sammelt Ideen, um ÖPNV attraktiver zu machen
Etwas zu tun, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu verbessern und attraktiver zu machen - insbesondere für die Bevölkerungsgruppen, die in hohem Maße auf ihn angewiesen sind -, hat sich eine Agenda-Arbeitsgruppe vorgenommen. Sie kam am Dienstag im Umweltamt erstmals zusammen. Hans-Jürgen Unger vom Riedstädter Agenda-Büro moderierte.
In der Stoffsammlung für mögliche Arbeitsziele schlugen die fünf Teilnehmer einen Ringbus durch die fünf Ortsteile oder Ruftaxis zur Ergänzung des bisherigen ÖPNV vor, außerdem Fahrplanänderungen, mit denen Riedstadts Bahnhöfe besser angebunden würden, und Netzverknüpfungen (zum Beispiel bis in den Odenwald). Um Kunden zu werben, kam der Vorschlag, Jugendlichen zum Einstieg in den ÖPNV einen Monat eine Freifahrt für diese Linien zu geben. Danach sollen ihnen Schülertickets angeboten werden, mit denen sie kostengünstig zu ihren Cliquen - auch in den angrenzenden Städten - kämen. Die Gruppe erörterte zudem aktuelle Fahrplanschwachstellen und die Vorzüge eines Jobtickets für Gemeinde- und Philippshospital-Bedienstete.
Aus dieser Stoffsammlung filterten die Diskutanten sechs konkrete Ziele: Ringbus, Rufbus/Anrufsammeltaxi, Sondertarife, Busrouten- und Tarifverbesserungen, Öffentlichkeitsarbeit, Verschönerung der Haltestellen. Die Gruppe verständigte sich darauf, als erstes ein Arbeitsziel zu wählen, mit dem in überschaubarer Zeit für eine große Zahl der ÖPNV-Benutzer eine Verbesserung zu erreichen sei. Deshalb sollen die Tarifstrukturen durchleuchtet werden, um besonders auf Kinder, Jugendliche, Senioren und Familien sowie fürs Jobticket vorzuschlagen.
Die Gruppe will deshalb zur nächsten Sitzung am 14. Februar, 19 Uhr, den Geschäftsführer der lokalen Nahverkehrsgesellschaft einladen, Vertreter der Schülervertretung an der Martin-Niemöller-Schule, des Riedstädter Seniorenbeirats, des Philippshospitals, der Gemeinde, des Kindergartenelternbeirats und von Riedstadts Fahrgastbeirat.Ziel dieser Sitzung soll sein, einen gangbaren Mittelweg zu finden zwischen der jetzigen Tarifstruktur und den Wünschen der Kunden. "Dies muss nicht an einem Abend abgehandelt werden", hieß es am Dienstag; jedoch soll bis Mitte Juni ein Ergebnis vorliegen - rechtzeitig vor der Fahrplanumstellung.
Weitere Themen aus der Stoffsammlung lauten (nach Dringlichkeit abgestuft): Fahrplanverbesserungen, Ringbus, Rufbus/Anrufsammeltaxi, Öffentlichkeitsarbeit. Zur kundenfreundlicheren Gestaltung der ÖPNV-Haltestellen müsse sich die Arbeitsgruppe keine Gedanken machen, sagte Beigeordneter Norbert Schaffner: Im Entwurf des Haushalts 2002 seien Mittel eingeplant, um 16 Riedstädter Haltestellen zu sanieren: "Die Fachplanung ist abgeschlossen."
Informationen zur Arbeitsgruppe gibt das Riedstädter Umweltamt (Telefon 06158/1886711 oder 1886712).
Darmstädter Echo, 21.12.2001
