Priorität: Reduzierung motorisierten Verkehrs
Ziele der Agendagruppen werden immer konkreter ausformuliert
Dass die Belebung der Dorfmittelpunkte in den Riedstädter Ortsteilen ein wesentliches Anliegen der Agendagruppe "Siedlungsentwicklung und Verkehr" (AG) ist, wurde am Dienstag bei der jüngsten Sitzung deutlich: Die AG feilte an dem Text, der ihre Ziele in der künftigen Lokalen Agenda 21 Riedstadts beschreiben soll.
Um den Vorrang des Straßenverkehrs zugunsten eines harmonischen Miteinanders aufzuheben, um allen gleiche Mobilitäts-Chancen einzuräumen, fordert die AG die "Belebung der Ortsmitte durch deutliche Reduzierung des motorisierten innerörtlichen Verkehrs". Als Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, nennt die AG etwa die Umleitung des Durchgangsverkehrs auf Umgehungsstraßen oder die Verkehrsberuhigung durch "Tempo 30" und Verkehrsleitsysteme. Der Appell, Fahrgemeinschaften für Beruf, Freizeit und Sport zu bilden oder für Radwanderungen und Fahrrad-Lastenanhänger zu werben, zielt ebenfalls auf die Vermeidung von unnötigen Fahrten mit dem Pkw ab.
Dass als weiteres Ziel "ökologisch verträgliche Fortbewegungsarten" (zu Fuß gehen, Radeln, Öffentlicher Personennahverkehr) mehr als bisher bei der künftigen Verkehrsplanung für Riedstadt berücksichtigt werden sollen, ist für sie logische Folge. Eine Reihe von Maßnahmen schlägt die AG dafür vor: ein durchgehendes Rad- und Fußwegenetz, Mindestbreiten für Gehwege, Spielstraßen ohne Autos, die Anbindung von Neubaugebiete an den ÖPNV - wie auch Kühkopf und Knoblochsaue. Darüber hinaus soll man Durchgangsstraßen und Fußwege von parkenden Autos freihalten - jedoch auch zentralen Parkraum in Siedlungen schaffen. "Der Betrag der kommunalen Ausgaben für Straßenbau soll im gleichen Zeitraum auch für ökologisch verträgliche Fortbewegungsarten ausgegeben werden", steht im Arbeitspapier der AG.
Ende September, im Agenda-Workshop II, werden die Vorschläge aller Arbeitsgruppen und Riedstädter Interessensgruppen diskutiert und zur Lokalen Agenda 21 zusammengetragen. Die AG kommt am 20. Juni (Dienstag) um 19.30 Uhr im Rathaus Crumstadt zur nächsten Sitzung zusammen.
Auch die Agendagruppe "Außenrum" tagte am Dienstag. Da Landwirte bereits im März an den Zukunftszielen mit formuliert hatten, blieb es im wesentlichen bei den damaligen Vorschlägen (wir haben berichtet).
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt von "Außenrum" ist die Stellungnahme zum Landschaftsplan-Entwurf. Die Gruppenmitglieder befassen sich dazu arbeitsteilig mit den Schwerpunkten dieses Planes: Wasserhaushalt, Landschaftsbild, Biotop-Vernetzung, Komplex Landwirtschaft, Geologie/Boden/Klima. In der nächsten Zusammenkunft am 21 Juni (Mittwoch) um 19.30 Uhr im Rathaus Crumstadt will diese Gruppe das Schwerpunktthema "Wasserhaushalt" diskutieren. Dabei soll auch über den Vorschlag des Landschaftsplaners, einen Polder einzurichten, beraten werden.
Darmstädter Echo, 25.05.2000
