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Kleinräumig lokale Erkenntnisse

Wassermanagement: Riedstädter Agendagruppe stellt Karte vernässter Flächen im Ried vor - Lob von Fachleuten für hohe Detailgenauigkeit

RIEDSTADT. Die Agenda-Arbeitsgruppe "Wassermanagement in Riedstadt" stellte nach etwa einjähriger Arbeit am Donnerstag ihre Bestandsaufnahme der vernässten Flächen im Ried vor. Die arbeitsintensive Erhebung bilde die Grundlage für Vorschläge zum Wassermanagement in Riedstadt, erläuterte Hans-Jürgen Unger vom Agendabüro.

Unter den Zuhörern, denen die ein mal ein Meter große Karte präsentiert wurde, waren auch Vertreter der Technischen Universität Darmstadt (TU), des Regierungspräsidiums, der Unteren Wasserbehörde und der Wasserverbände. Alles Fachdienststellen, die sich mit den Folgen befassen, die sich aus dem derzeit hohen Grundwasser und dem starken Oberflächenwasser ergeben. Da es wenig aktuelle Daten, etwa über den Zustand des Grabensystems im Ried gibt - der umfassende Generalentwässerungsplan ist von 1929 -, sei die Erhebung der Agendagruppe (AG) ein wichtiger Beitrag. "Diese kleinräumig lokalen Erkenntnisse sind nötig, um das Gesamtproblem mit seinen Interessenkonflikten bewerten zu können", sagte Dr. Heiko Gerdes, Fachmann an der TU für Grundwasserbewirtschaftung und Grundwasserökologie.

Die Sprecherin der AG, Verena Wokan, hatte zuvor die Karte erläutert: "Vernässte Flächen" seien wasserbedingt nicht begehbare oder nutzbare Ackerflächen ebenso wie temporäre und ständige Gewässer, stellte sie fest. Der Plan markiere darüber hinaus auch einige Ursachen der Vernässung: zum Beispiel nicht mehr funktionsfähige Schließen und Durchlässe sowie verschlammte oder zugewachsene Grabenabschnitte.

Aus den 25 unterschiedlichen Planmarkierungen lassen sich auch künftiger Kiesabbau oder künftige Naturschutzgebiete ersehen, die Stromtalwiesen, Pumpwerke bis hin zu "Regenauslässen für Starkregen-Ereignisse". Durch intensive Befragung Ortskundiger in Riedstadt habe die AG parzellengenaue Angaben machen können, so Wokan. Die Detailgenauigkeit bekräftigten Landwirte, als sie die monatsbezogene Niederschlagsmenge ergänzten. Diese Einzelheiten im Plan hätten von Externen nur mit sehr hohem Finanz- und Zeitaufwand zusammengetragen werden können, lobten die Fachleute. Der Plan kann demnächst als Karte oder auf CD beim Riedstädter Umweltamt erworben werden.

In der anschließenden Diskussion erörterte man die Schwachstellen des jetzigen Entwässerungssystems: in zurückliegenden Trockenzeiten zugepflügte Entwässerungsgräben, für heutige Erfordernissen zur geringe Kanalquerschnitte unter Straßenkreuzungen, zu hochsitzende Abwasserpumpen (denen somit nicht ausreichend Wasser zufließt), unterschiedliche Zuständigkeiten für die Grabenpflege, durch Torfaustrocknung abgesackte Grabenabschnitte.

Nächste AG-Zusammenkunft ist am Donnerstag (20.) um 19 Uhr im Rathaus Goddelau. Weitere Informationen gibt's unter Telefon 06158/ 1886711.

Darmstädter Echo, 01.03.2003