Noch mehr Zusammenarbeit nötig
Agendatagung analysiert Zusammenarbeit Universität/Gemeinde
Es gibt zwar eine Lokale Agenda für Riedstadt; doch "jetzt gilt es, diese umzusetzen", wie Dr. Gerhard Stärk, Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Technikforschung an der Technischen Universität Darmstadt (TU), bei einer Agenda-Tagung am Dienstag feststellte. Er forderte Politiker, Gesellschaft und Wissenschaftler auf, sich "intensiv Gedanken zu machen", damit die Agenda tatsächlich zum Handlungsrahmen für die Gemeinde werden kann.
Stärk und seine Kollegen von der TU und dem Darmstädter Öko-Institut waren in die Wolfskehler Pfarrscheune gekommen, um mit Kommunalpolitikern und in der Agenda aktiven Bürgern sowohl über die bisherige Zusammenarbeit Erfahrungen auszutauschen. Zudem sollten für die künftige Kooperation Eckpunkte festgelegt werden.
Am Dienstag nun versuchten etwa 20 Riedstädter (unter ihnen nur Parlamentarier der SPD und der Grünen) gemeinsam mit ihren Gästen, sich über künftige Themen und die Beziehung zwischen den Kooperationspartnern Gedanken zu machen. Auch die Rolle von Parlament und Verwaltung im Agendaprozess diskutierten die Versammelten. Sie stellten dabei fest, dass die Verwaltung kaum Kontakt zu den Agendagruppen hat. Sie müsse als Informationsmanager künftig aber stärker auftreten, wurde gefordert. Offen blieb, wie die Verwaltung diesen zusätzlichen Arbeitsaufwand bewältigen soll und ob die Abteilungsleiter in der Verwaltung agendakonform agieren. Auch die Kommunikation im Zusammenspiel mit dem Parlament fand wenig Beifall. Zwischen Agendagruppen und Ausschüssen müsse mehr Information ausgetauscht werden, hieß es. Es reiche nicht aus, wenn Parlamentarier nur über die fertigen Beschlussvorlagen diskutierten. "Die Politiker müssen den Agendaprozess hoffähig machen", lautete ein Ergebnis der Diskussion.
Die Versammelten suchten zudem nach Möglichkeiten, mehr Leute für den Agendagedanken zu gewinnen. Die Medien seien professioneller zu nutzen; die Vereinen im Ort seien zu informieren, waren nur zwei von vielen Anregungen.
Da die Motivation zur Agendaarbeit wesentlich vom Verhältnis der Agendagruppen zum Parlament bestimmt werde - man sah dort die "größten Reibungsflächen" - kam aus der Runde ein Vorschlag, den Dr. Stärk im anschließenden Gespräch erläuterte: Um den Gedankenaustausch zwischen Agendagruppen und Gemeindevertretern zu verbessern, sollten Kontakte - mit den Ausschussmitgliedern - sehr früh in der Diskussionsphase erfolgen. Stärk schlug vor, die Agendagruppen sollten in den Ausschuss-Sitzungen bestimmte Sachverhalte mitdiskutieren. Dies sei in anderen Kommunen bereits möglich.
Zu Beginn der Tagung waren die Teilnehmer über Ergebnisse informiert worden, die Dr. Bettina Brohmann zur Zusammenarbeit TU-Gemeinde Riedstadt gefunden hatte. Ihr Fazit: "Riedstadt wird durch die Angebote der TU thematisch sehr breit unterstützt. Die Themen werden auch von Vereinen oder sonstigen Institutionen aufgegriffen. Diese könnten als Multiplikatoren jedoch stärker heraustreten und unterstützt werden durch die Kooperationsergebnisse. Die Kooperation zeichnet sich durch eine starke professionelle und persönliche Unterstützung im organisatorischen Bereich aus sowie durch inhaltliche Unterstützung der Arbeit des Agendabüros."
Darmstädter Echo, 02.02.2001
