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Kommentar

Jetzt fängt die Arbeit an

. Auf unbekanntes Terrain begab sich die Gemeinde Riedstadt, als sie mit dem Formulieren einer Lokalen Agenda fürs 21. Jahrhundert begann - wie alle, die sich daranmachten, Beschlüsse der Umweltkonferenz von Rio 1992 umzusetzen. Neue Formen der Zusammenarbeit waren auf dem Weg "von Rio nach Riedstadt" zu erkunden: ein Kooperationsvertrag mit der TU Darmstadt auf der einen Seite und der intensive Gedankenaustausch mit vorher nicht unbedingt politisch engagierten Bürgern auf der anderen zählen dazu. Im Vergleich zu anderen Orten ging es mit viel Schwung voran. Belohnung ist nun das vorweisbare Resultat, das Papier "Lokale Agenda".

Damit hat sich die Gemeinde selbst verpflichtet, in ihrem Wirken auf solches Verhalten zu achten, das die natürlichen Lebensgrundlagen schont und das Leben der Menschen miteinander auf engem Raum erleichtert. Viele Ideen dazu sind in einem gesonderten Maßnahmenkatalog zur Agenda gesammelt.

Dieser erinnert daran, dass nach mehrjähriger Vorbereitung nun die eigentliche Arbeit im Agendaprozess anfängt. Die notierten Vorschläge müssen in den Köpfen präsent sein, um in Entscheidungen von Verwaltung und Gemeindevertretung einfließen zu können. Dass dies nicht immer einfach ist, zeigte die Diskussion über einen Energieberatungsverein, den Riedstadt mit Nachbarkommunen auf die Beine stellen will. Alles war vorbereitet, doch erst im zweiten Anlauf - nach einigem Zeit- und Energieverlust - hat sich die Mehrheit zu einem entsprechenden Parlamentsbeschluss gefunden.

Genauso wichtig für die Weiterentwicklung der Agenda ist eine überzeugende, spritzige Öffentlichkeitsarbeit. Noch mehr Riedstädter als die bisher mit großem Engagement beteiligten könnten auf diese Weise vom Sinn zukunftsorientierten Denkens und Handelns überzeugt werden. Es geht dabei auch um Kommunikation, ums Gespräch.

Miteinander reden, nicht übereinander: solche Umgangsformen erleichtern die Zusammenarbeit und verhindern Enttäuschungen.

Darmstädter Echo, 02.12.2000