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Beratung bringt erheblichen Nutzen

Seminar zur Einrichtung eines Energieberatungszentrums für Riedstadt und Umgebung

RIEDSTADT (hhh). Dass ein Energieberatungszentrum (EBZ) für einen Verbund mehrerer Kommunen eine lohnende Investition in die Zukunft sein kann, kristallisierte sich am Mittwoch im Verlauf des eintägigen Seminars mit Ulrich Schäfer heraus: Schäfer ist seit zwölf Jahren im Rheingau-Taunus-Kreis Geschäftsführer des Energiedienstleistungszentrums. Einer Einrichtung, die dem Gewerbe, den Kommunen und Privaten projektbegleitende Beratung in Sachen effizienter Energienutzung anbietet.

Diese Beratung wird in Riedstadt spätestens dann nötig, wenn das Baugebiet Goddelau-Südost mit seinen in engen Grenzen vorgeschriebenen Energiestandards realisiert wird. In Zusammenhang mit den vom Parlament beschlossenen Energiesparauflagen wurde seinerzeit auch die entsprechende Beratung verbunden - aus Kostengründen im Verbund mit anderen Kommunen.

Die Gemeinde Riedstadt hatte deshalb im November 1999 die angrenzenden Kommunen zur Diskussion über einen Beratungsverbund eingeladen. Als Ergebnis wurde damals beschlossen, sich zuvor über die Arbeit eines EBZ informieren zu lassen. Dies war das Ziel des Seminars am Mittwoch.

Es nahmen jedoch nur vier der ehemals etwa 15 interessierten Gemeinden teil; neben Riedstädter Agendagruppen und Vertretern der Technischen Universität Darmstadt.

Ulrich Schäfer erarbeitete mit der Gruppe aus ersten Wunschvorstellungen bezahlbare und trotzdem praxisnahe Standards: Das Einzugsgebiet wurde erörtert, die Qualifikation des künftigen Beratungsteams wie auch die Ausstattung eines möglichen Zentrums bis hin zu den Öffnungszeiten.

Unter der Annahme, dass ein künftiges Beratungszentrum für Riedstadt und Umgebung etwa 170 000 Einwohner betreut und dafür mit 1,5 Beraterstellen und einer weiteren Halbtagskraft ausgerüstet wird, könnten Kosten von etwa 1,50 Mark pro Einwohner und Jahr entstehen - je nach der finanziellen Leistung weiterer von der Beratung profitierender Sponsoren.

Denn dass die Beratung einen erheblichen volkswirtschaftlichen Nutzen bringt, bestätigte Schäfer: Er berichtete, dass in seiner Region als Folge des Beratungsgeschäftes sechs Firmen gegründet worden seien. In der Rheingau-Taunus-Region habe die Energieberatung "erhebliche Investitionen nachgezogen". Schäfer nannte Energieoptimierungsbereiche, in denen zuvor etwa 500 000 Mark pro Jahr investiert worden seien - "jetzt sind es bis acht Millionen pro Jahr".

Für die mögliche Rechtsform eines Beratungsvereins empfahl Schäfer den gemeinnützig eingetragenen Verein oder den Zweckverband. Ersterer erleichtere das Sponsoring, letzterer dagegen sei erprobtes Instrumentarium für kommunale Zusammenarbeit. "Für das, was Sie hier machen wollen, ist der gemeinnützige Verein die bessere Organisation", empfahl der praxiserfahrene Fachmann.

Zum weiteren Vorgehen schlug der Referent vor, dass Riedstadt bald möglichst mit einigen Kommunen einen Verein gründen solle, um dann weitere Kommunen ins erfolgreiche Boot zu holen.

Darmstädter Echo, 05.05.2000