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Mehr Schatten, rauere Sohle

"Außenrum": erste Maßnahmen zur Schwarzbach-Renaturierung

RIEDSTADT (hhh). Die Renaturierung der Fließgewässer in und um Riedstadt ist ein Arbeitsziel der Agenda-Gruppe "Außenrum" (AG). Am Mittwoch diskutierte Rudolf Herdt vom Wasserverband Modaugebiet in der AG mit den Riedstädter Akteuren Möglichkeiten für die Renaturierung des Schwarzbachs (die Verlängerung des Sandbachs ab Philippshospital).

Moderatorin Elke Müller-Volg nannte einige Ziele der AG: Beschattung bestimmter Uferbereiche, Verbesserung der Sohlenstruktur, ausreichende Wasserführung sowie breitere Gewässerparzellen. Als weiteren Ansatz für eine Renaturierung sieht die Gruppe das "großräumige Zurückversetzen eines Deiches" - damit der Schwarzbach sich seinen Wasserlauf ähnlich gestalten kann wie der Sandbach im Bereich "Lehrbruch".

Die Diskussion mit Herdt ergab sehr bald eine Übereinstimmung: Er erläuterte, neben der Hauptaufgabe des Verbands, dem Hochwasserschutz, sei auch der naturnahe Gewässerausbau wesentliches Anliegen des Verbands. Selbst bei der Gewässerunterhaltung werde "da, wo es möglich ist, eine naturnahe Unterhaltung angestrebt". Aus Kostengründen sei es wichtig, "über die Eigendynamik des Gewässers zu einer natürlichen Entwicklung zu kommen", betonte Herdt.

Im Einzelnen verständigte sich die Runde auf folgende Maßnahmen: Südöstlich des Philippshospitals soll im trapezförmigen Bachbett die glatte Asphaltsohle durch eine etwa fünf Zentimeter dicke Schotterschicht aufgeraut werden; westlich des Philippshospitals bis zur alten B 44 soll - etwa durch Erlenpflanzungen am südlichen Ufer - das Wasser besser beschattet werden. An einigen Stellen des Schwarzbachs soll Totholz verankert werden: als Nahrung, als Unterschlupf, als Beeinflussung der Strömung. All dies will der Modau-Verband im Rahmen der Gewässerunterhaltung umsetzen; die Gelder dazu könnten aus dem Förderprogramm "Naturnahe Gewässer" kommen. Aus diesem Finanzierungsprogramm könnte auch das weitere Anliegen der AG finanziert werden: die im Uferbereich gewachsenen Hybridpappeln Zug um Zug durch standortgerechte Bäume zu ersetzen.

Ein weiteres Renaturierungsziel betrifft das Schwarzbach-Mündungsgebiet: Ob es möglich und erlaubt ist, dass sich dort im Altrhein ein Mündungsdelta entwickeln kann - wie auch im Landschaftsplanentwurf der Gemeinde Riedstadt vorgeschlagen - muss noch geprüft werden; unabhängig davon sollen an der Südseite der Mündung die Ufer bepflanzt werden.

In der nächsten Zusammenkunft am Mittwoch (29.) um 19.30 Uhr im Rathaus Crumstadt will die Gruppe über mögliche Seitentaschen des Schwarzbachs zwischen alter B 44 und Bahn diskutieren, ebenso über die Rückverlegung eines Schwarzbach-Deiches.

Darmstädter Echo, 07.03.2000