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"Büchnerpark" als Mittelpunkt

?Büchnerpark? als Mittelpunkt Entwicklungskonzept: Drei Studenten machen Vorschläge zur Verbesserung des Natur- und Kulturerlebnisses in Riedstadt

RIEDSTADT (hhh). Ein Bürgerpark in der Mitte Riedstadts als Kommunikationszentrum für Jung und Alt, das schwebt drei Studierenden der Technischen Universität Darmstadt (TUD) vor, die sich in ihrer Studienarbeit Gedanken über das Natur- und Kulturerlebnis in Riedstadt und über Möglichkeiten zu dessen Verbesserung Gedanken gemacht haben. Nach ihrem ersten Informationsgespräch mit den Riedstädtern Anfang Mai wollten sie am Montag Politikern und Bürgern ihr Entwicklungskonzept präsentieren; drei Riedstädter Bürger nahmen die Einladung ins Rathaus wahr.

Die Pädagogik-Studenten Ilona Täubl und die Bauingenieuraspiranten Marcel Troger und Steffen Haase hatten bei ihrer Aufnahme des Ist-Zustandes festgestellt, "dass es in Riedstadt keinen zentralen Ort gibt, wo man immer hingehen kann", keinen Bürgertreffpunkt zum Verweilen und Kommunizieren. Des weiteren stellten sie fest, dass es für junge Menschen kein Kulturangebot gebe; VHS-Kurse, Museen oder Büchereien und Kirchen würden vorrangig andere Altersgruppe ansprechen. Auch sei die Riedstädter Gastronomie für Jugendliche wenig interessant - der alternative abendliche Ausflug nach Darmstadt werde jedoch durch die schlechte Busverbindung in den späten Abendstunden erschwert.

Andererseits stellten die drei jungen Leute fest, dass es in Riedstadt viel Natur "für Freizeit und Erholung im Grünen" gibt. Sie wiesen jedoch darauf hin, dass sie im Mai von Riedstädter Gesprächspartnern darauf hingewiesen wurden, dass eine mögliche "Tourismusexpansion unerwünscht" sei.

Um das vorhandenen Kultur- und Naturerlebnis für Jung und Alt besser als bisher erreichbar zu machen, schlagen die Studenten deshalb vor, im Zentrum Riedstadts eine Begegnungsstätte zu schaffen: Auf der Freifläche zwischen Goddelauer Feuerwehr und Schwimmbad und in unmittelbarer Nähe zum Goddelauer Wäldchen könnte auf etwa 80 mal 40 Meter der "Büchnerpark" entstehen. "Die Seele des Parks soll ein Amphitheater für rund 250 Personen mit einer teils überdachten Bühne sein", erläuterten sie.

Auf dem Gelände haben die Studenten auch ein Beachvolleyballfeld vorgesehen, Platz fürs Boulespiel, für Freiluftschach und einen Grill. Zu Sommer- und Lichterfesten könnten dort die Riedstädter in offenen Veranstaltungen zusammenkommen - das Wir-Gefühl könnte wachsen. Theateraufführungen, Musik- und Tanzveranstaltungen, auch Literaturlesungen oder ein Open-Air-Kino könnten dort stattfinden.

Die Studenten schilderten ihren Zuhörern zudem die Vorzüge eines Wasserspielplatzes im angrenzenden Volkspark oder welchen Schwung eine Beachparty ins Goddelauer Schwimmbad bringen könnte. "Für Jugendliche ein attraktives Programm schaffen", war dabei einer ihrer Schwerpunkte. Ein weiterer waren Vorschläge, die Mobilität der Bürger und die Verbindungen zwischen den Ortsteilen zu verbessern: Radwege, sicherere Fußwege, der ÖPNV und eine bessere Parksituation am Riedsee waren dafür Ansatzpunkte.

Ein Vorschlag zum besseren ÖPNV-Angebot war der "Nachtbus": Eine Buslinie, mit der alle Riedstädter Ortsteile, Griesheim als Endstation der Darmstädter Straßenbahn, die Riedstädter Bahnhöfe, Stockstadt, Dornheim und Geinsheim im 90-Minuten-Takt in den späten Abendstunden verbunden werden sollten.

Um die Riedstädter Landschaft auch außerhalb des Kühkopfs zu erleben, schlagen die Studierenden einen zehn Kilometer langen Fußweg durch die Gemarkung östlich Goddelaus vor: Auditive Informationstafeln sollen dort helfen, das Ried mit seinen Neckarschlingen und seiner typischen Vogelwelt intensiver zu erleben. Auch für einen Fahrradweg, 37 Kilometer rund um Riedstadt und Stockstadt, machten die Studenten detaillierte Vorschläge; die bereits vorhandenen Trassen müssten streckenweise zu Fahrradwegen ausgebaut werden, erläuterten sie.

Ihre Vorschläge waren teils sehr detailliert: Sie regten etwa an, die Erfelder Altrheinbrücke für Fußgänger merklich sicherer zu machen, in dem auf der Kühkopfseite Querbarrieren montiert würden. Damit sollten die Radfahrer zum Absteigen bewegt werden; denn entsprechende Verkehrsschilder würden ignoriert.

Für die Umsetzung ihres Konzepts schlugen die Studenten vor, dem Nachtbus die höchste Priorität einzuräumen. Danach solle der Büchnerpark realisiert werden ("damit Riedstadt eins wird") und anschließend das Amphitheater. Investitionen ins Radwegenetz und in die Wanderwege sollen folgen.

Weitere Informationen zu den Vorschlägen hat das Agendabüro, Telefon 06158 181701.

Darmstädter Echo, 15.09.2004