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15 Jahre voller Engagement

Stiftung Soziale Gemeinschaft: Jubiläumsfeierlichkeiten enden am Freitag mit einer Veranstaltung in Goddelau

RIEDSTADT (hhh). "Hier arbeiten Menschen, die über menschliche Kompetenz verfügen, denn sie benutzen ihre fünf Sinne und ihr Herz, um zu erkennen, wie es den Menschen geht, mit denen sie arbeiten, und ihnen zu helfen." So charakterisierte Andreas Schmitt-Neumann, Geschäftsführer der Stiftung Soziale Gemeinschaft Riedstadt, am Freitag bei der Jubiläumsfeier der Stiftung das Engagement seiner zahlreichen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter. Und fügte hinzu: "Hier arbeiten Menschen, die geben aufeinander acht und unterstützen und kritisieren sich gegenseitig, um besser zu werden; hier arbeiten Menschen, die genau hinhören, was die Menschen brauchen, und überlegen, wie diesen Herausforderungen zu begegnen ist."

Die Stiftung feierte ihr fünfzehnjähriges Bestehen und hatte dazu in die Goddelauer Christoph-Bär-Halle eingeladen; 150 bis 200 Gäste waren gekommen. Am Freitag war praktisch die Abschlussveranstaltung. Denn seit Anfang April wurde in Biblis und Goddelau in Gottesdiensten, mit Fachvorträgen, Filmen und Ausstellungen an diese sozialen Hilfsdienste erinnert: Leben mit Dementen, menschenwürdig leben bis zum Tod, Information über die Hospiz-Initiative im Ried oder der Gesamtumfang des Service- und Beratungsangebots der Stiftung waren dabei die Themen.

Auch in der Christoph-Bär-Halle präsentierten sich am Freitag die Dienste: Die Besucher konnten sich im Gespräch über die praktische Unterstützung der Hospiz-Gruppe ebenso informieren wie über "Essen auf Rädern" oder darüber, wie "Tausend helfende Hände" in der Praxis Hilfswünsche mit -angeboten verbindet. An Stellwänden informierte eine Bildergeschichte über das Altern und Abschiednehmen einer alten Frau. An anderer Stelle beschrieben Mitarbeiter der Stiftung plakativ in Bild und Text ihre Tätigkeiten.

Dass diese Dienste notwendig sind, hatte Schmitt-Neumann zuvor mit Zahlen belegt. Er erwähnte den starken Anstieg der Hochbetagten in den vergangenen Jahren. In der Praxis würden die Hilfseinrichtungen zunehmend von der Privatwirtschaft übernommen. Wesentliches Merkmal des Riedstädter Dienstes sei es jedoch, den Hilfsbedürftigen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden lange zu ermöglichen. "Was unterscheidet uns noch von den Privaten?", fragte Schmitt-Neumann und gab selbst die Antwort: "Wir machen kein Geschäft damit - und wir haben ein Mehr an Zeit und für Gespräche." Einige Leistungen erbrächten die Hilfsdienste umsonst, auch durch die enge Vernetzung mit dem Angebot der Gemeinde.

Die gegenseitige Verbindung hatte auch Bürgermeister Gerald Kummer (Vorstandsvorsitzender der Stiftung) erwähnt, als er daran erinnerte, wie 1990 durch starkes Engagement des damaligen Ersten Beigeordneten Wolfgang Stork die Stiftung gegründet wurde. In den vergangenen 15 Jahren sei dieser Dienst eng in die soziale Arbeit der Gemeinde eingebunden worden, sagte Kummer. Dass dies auch von der Bevölkerung honoriert werde, und zwar im wörtlichen Sinne, zeige die anonyme Spende im vergangenen Jahr in Höhe von 50 000 Euro.

Während der Festveranstaltung am Freitag berichteten Mitglieder des Pflegeteams den Versammelten über ihre Arbeit, und der Vorsitzende des Stiftungsbeirats, Burkhardt Held, über die Aufgaben der Stiftung. Über "Demenz und Familie" hielt Dr. Jutta Becker einen Fachvortrag, bei dem sie besonders auf Fortbildung und Fachberatung einging.

Die musikalischen Einsprengsel kamen von Carmen Everts (Gesang) und Tobias Hahn am Klavier; die Laurentius Bruderschaft Leeheim hatte für die Gäste Suppen zubereitet.

Darmstädter Echo, 25.04.2005