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Von Biogemüse bis zu Hausmitteln und Musik

Ökomarkt: Abwechslungsreiches Angebot und frühlingshaftes Sonnenwetter locken zahlreiche Besucher nach Erfelden

ERFELDEN (mam). Zwar war es am Himmelfahrtstag nicht so sommerlich heiß wie am ersten Mai. Doch bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen ließ es sich trotzdem gut über den Ökomarkt am Richthofenplatz bummeln.

Dort lockte ein großes Angebot aus der gesamten Region vom Nackenkissen mit Spelz, Kleidung aus Naturfasern, Kinderspielzeug aus Holz bis zum umfassenden Repertoire an Stauden und Kräutern. Die seit mehr als zehn Jahren bestehende Gemüsekiste aus Leeheim stellte ihren umfangreichen Service vor, der längst nicht nur Kartoffeln und Gemüse-Kisten, sondern auch Wurst und Käse aus Biobetrieben sowie Schweine-, Rind- und Lammfleisch von Tieren aus artgerechter Haltung beinhaltet. Ein Biolandhof aus Hesselbach hatte Wurst, Brot, Knusperstangen und Gemüsepizzen mitgebracht. Eine Biobrauerei aus dem Odenwald schenkte Biobier aus.

Alte Hausmittel gegen Ohrenschmerzen, Raucherhusten, Sodbrennen und viele andere Zipperlein hat Christa Steinmann aus Griesheim in ihrem Buch "Hexenküche" gesammelt. "Wir haben keine Oma mehr, die so etwas weitergeben könnte", betonte eine Käuferin. "Da sind wir froh, dass es so etwas gibt". Ebenso hat die gelernte Fußpflegerin Erste-Hilfe-Bücher für Füße von Erwachsenen und Kindern verfasst.

Beim Heimat- und Museumsverein Erfelden gab es gegen Spenden selbst gemachtes Bärlauchpesto und "Erweller Latweje" und eine schier unüberschaubare Vielfalt an Kräutern und Stauden. "Den Lavendel habe ich vor drei Jahren ausgesät, der Winterportulak stammt aus meinem Garten", erzählte Katharina Kluck. Auch die Feigenbäume seien Ableger ihres Erfelder Baums. Der 125 Mitglieder starke Verein sammelt derzeit Geld für einen Museumsanbau. "Wir platzen aus allen Nähten", betonte Katharina Kluck.

Heu, Leckerbissen für Hund und Katze, Tee, Wein, Honig, Karten und Bücher waren beim Kühkopfladen aus Stockstadt zu kaufen. Norman Thiel aus Groß-Gerau stellte als Neuheit Pflanzvasen vor, im Hunsrück aufwendig gebrannte Keramik-Töpfe mit einem großen Wasserspeicher im doppelten Boden. Über den nicht glasierten Innenboden nimmt die Erde Wasser auf. Acht bis zwölf Wochen reiche eine Füllung im Sommer.

Energieberatung bot der Stand des Überlandwerks an, das seit kurzem auch unter dem Namen eprimo auftritt. Das Umweltamt der Gemeinde hatte unter anderem das von einer Agendagruppe entwickelte Kartenspiel "Die wilde 13" mitgebracht. Von dem im vergangenen Jahr gespendeten Geld konnte die Eselinitiative mittlerweile drei Esel für allein stehende Mütter in Eritrea anschaffen, berichtete Umweltberaterin Barbara Stowasser.

Hilfe für das Diakonische Werk leistet die Gruppe Miteinander aus Dornheim, die selbst bedruckte Tischdecken, dekorierte Gläser, Postkarten und Kinderwäsche verkaufte. "Die soziale Schere klafft immer weiter auseinander", erläuterte Veronika Schmitt. "Bei uns trägt jede nach ihrem Können etwas dazu bei, mit vielen kleinen Schritten von vielen kleinen Leuten die Welt zu verändern", sagte sie. Im vergangenen Jahr habe "Miteinander" so 4000 Euro an das Diakonische Werk gespendet.

Für swingende musikalische Unterhaltung sorgte am Vormittag das Klezmer-Trio "Terz" aus Frankfurt mit den Musikerinnen Andrea Emeritzy (Klarinette), Heike Bachmann (Akkordeon) und Birgit Pfau (Geige). Nachmittags hielt John Gleur mit seiner Artistik-Comedy-Jongleur- und Feuershow Jung und Alt in Atem. Für die Kinder sorgte der Auszeit-Bus der Jugendpflege am Rande des Marktes mit Kettcars, Tretrollern und einem großen Kickerspiel für Unterhaltung.

Auch Bürgermeister Gerald Kummer und die Erste Beigeordnete Erika Zettel informierten sich beim Gang über den Platz über das Angebot.

Darmstädter Echo, 06.05.2005