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"Als Ergebnis sollte mehr rumkommen"

Perspektivenausschuss: Mitglieder diskutieren über Riedstadts Bevölkerungsstatistik

RIEDSTADT (hhh). Am 29. Mai 2001 wurde auf Betreiben der Grünen Liste Riedstadt (GLR) der "Perspektivenausschuss" gegründet. Ein Sonderausschuss, der sich losgelöst von Tagesthemen über Riedstädter Zukunftsprobleme Gedanken machen sollte.

Am Montag, am Ende der jüngsten Zusammenkunft, als die Tagesordnung für die nächste Zusammenkunft aufgestellt werden sollte, gab Vorsitzende Brigitte Hennig resignierend zu verstehen: "Da gucken wir dann mal, ob wir den Ausschuss weiterleben lassen." Denn wie schon mehrmals während der vergangenen 21 Zusammenkünfte kam auch am Montag die Kritik aus der Teilnehmerrunde: "Es sollte als Ergebnis mal was rumkommen" (Thomas Fischer, CDU).

Dem Sonderausschuss lagen Daten über die Altersstruktur der Riedstädter Bevölkerung vor, das die Stabsstelle Umwelt und Wirtschaft der Gemeinde aufbereitet hatte. Hans-Jürgen Unger erläuterte sie dem Gremium. Es waren Daten über Bevölkerungsentwicklung, aus Kindergarten- und Schulstatistik sowie Zukunftsprognosen, die sich darauf stützten.

Wesentliche Erkenntnis war, dass durch die sinkende Geburtenrate die Zahl der Einwohner abnimmt. Eine mögliche Konsequenz daraus wäre, dass Kindergärten künftig überdimensioniert sind und es an Angeboten für ältere Menschen mangelt. Die Statistiken belegten etwa, dass vom Kitajahr 2001/2002 bis 2006/2007 die Zahl der betroffenen Kinder in Riedstadt um 16 Prozent zurückgeht ? allein in Wolfskehlen um 28 Prozent oder in Leeheim um 27 Prozent.

Die Zahlen machten auch deutlich, dass durch die Ausweisung von Baugebieten weniger Neubürger nach Riedstadt kommen als erwartet. In Goddelau "Am hohen Weg" wurden nur rund 14 Prozent der Grundstücke an Auswärtige vergeben. In "Leeheim Südwest" waren es 15 Prozent und in Erfelden "Am gemeinen Löhchen" rund zwölf Prozent. So könnte auch die Baugebietsausweisung die Bevölkerungsstruktur ? durch Zuzug junger Familien mit Kindern ? kaum positiv beeinflussen, hieß es in der Diskussion. Die Frage, inwieweit neue Baugebiete dem Fortzug junger Riedstädter Familien entgegen wirken, blieb unbeantwortet.

Zur Interpretation der Riedstädter Daten hat die Gemeinde die Technische Universität Darmstadt (TU) um Hilfe gebeten, mit der sie im Rahmen der Lokalen Agenda zusammenarbeitet. Von dort sei angeboten worden, der Kommune kommunale Investitionsstrategien unter Beachtung der Riedstädter Bevölkerungsentwicklung vorzuschlagen ? im Rahmen eines TU-Projektes oder von Studentenaufträgen, hieß es.

Der Versuch des Perspektivenausschusses, die Zahlen der demografischen Entwicklung selbst in Arbeitsaufträge umzusetzen, ist gescheitert: Die SPD musste sich gegen Vorwürfe der Christdemokraten wehren, die kritisierte, die Vorschläge der Sozialdemokraten seien Grundsätze des künftigen Wahlprogramms. Der CDU wurde vorgehalten, sie verhalte sich zu wenig visionär, wenn sie sich nur auf Themen beschränke, die in die Zuständigkeit der Gemeindevertretung fielen.

Konkret formulierte SPD-Vorschläge für die nächste Tagesordnung fanden in der Abstimmung keine Mehrheit. Die Themen stelle jetzt Ausschussvorsitzende Brigitte Hennig in Kooperation mit dem Gemeindevorstand zusammen, erklärte Norbert Schaffner, der den Bürgermeister vertrat. Einmütig wurde vom Ausschuss nur der nächste Sitzungstermin festgelegt: Man tagt am 4. Oktober um 19 Uhr im Rathaus Goddelau.

Allgemein kritisierte die Runde, dass nur wenige Gemeindevorstandsmitglieder durch Anwesenheit im Ausschuss Interesse an dessen Arbeit bekunden: am Montag waren außer dem Parlamentsvorsitzenden nur zwei Christdemokraten anwesend.

Darmstädter Echo, 06.07.2005