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"Apotheke war praktisch leer"

Jahresversammlung: Riedstädter Verein "Hilfe für Malawi" legt Rechenschaft ab über Containertransporte des vergangenen Jahres

RIEDSTADT (hhh). "Moralisch sind wir in der Verpflichtung, nicht nachzulassen", betonte Rainer Weiß, der gemeinsam mit Dr. Harald Braun, dem Vorsitzenden des Vereins "Hilfe für Malawi", über die Hilfsaktionen des zurückliegenden Geschäftsjahres berichtete; der Verein hatte am Wochenende zur Jahresversammlung in die ehemalige Erfelder Synagoge eingeladen.

Aus der ehemals sporadischen Hilfe für das Partnerkrankenhaus, das St. Anne?s-Hospital in Malawi, ist eine gut organisierte und zuverlässige Dauerhilfe geworden, ergab der Geschäftsbericht. Zu den jährlichen Materiallieferungen, die im Krankenhaus die notwendigsten Mängel abdecken können ? auch 2004 wurden wieder zwei Container verschifft ?, muss der Hilfsverein jedoch zunehmend auch Bargeld transferieren.

Denn durch die sich verschlechternde ökonomische Situation können die Patienten "nicht mal mehr den erwarteten Teil ihrer Krankenkosten bezahlen", schilderte Braun die Situation im fernen Afrika: Ein Drittel der Gesamtkosten des Krankenhauses trägt die dortige Regierung über Zuschüsse, ein weiteres Drittel sollten die Patienten übernehmen und das restliche Drittel kommt über Spenden aus Europa ? "weit über die Hälfte davon von uns", betonte Braun.

Um die medizinische Grundversorgung nicht zusammenbrechen zu lassen, habe der Verein deshalb in den vergangenen Monaten Geld überwiesen, "denn die Krankenhausapotheke war praktisch leer". Des weiteren werden in diesem Jahr noch zwei Container mit gespendeten Hilfsgütern dorthin verschifft. Material dafür sei ausreichend vorhanden, sagte Weiß. Für die Transportkosten, etwa 8000 Euro pro Container, würden jedoch noch Sponsoren gesucht.

Der Containerinhalt orientiert sich stark am notwendigsten Bedarf. Das Krankenhaus übermittelt dem Verein entsprechende Zusammenstellungen, erläuterte Braun: Zudem würde bei gelegentlichen Besuchen vor Ort die Hilfsbedürftigkeit überprüft. Im vergangenen Jahr hat der Verein auch 50 000 Euro organisiert, mit denen auf dem Areal des St. Anne?s Hospital sechs Häuser für das Krankenhauspersonal gebaut werden konnten. 75 Prozent der Summe kam von der deutschen Bundesregierung, 25 Prozent vom Hilfsverein. Harald Braun erläuterte den Hintergrund: "Eine ordentliche Wohnung ist die Voraussetzung, um Personal für das Krankenhaus zu bekommen." Denn von dem Lohn, den das Personal und der Arzt erhalten, können sie keine Wohnung bezahlen. Um die gewachsenen Aufgaben des Hilfsvereins künftig effektiver bewältigen zu können, wurden bei der Jahresversammlung erste organisatorische Änderungen beschlossen: Wolfgang Herb ist künftig Schriftführer und auch für die Mitgliederverwaltung verantwortlich. Weitere organisatorische Verbesserungen sollen folgen, hieß es.

Der Verein, dessen Mitgliederzahl im vergangenen Jahr von rund 190 auf 284 Mitglieder gewachsen ist, will auch weiterhin Mitglieder werben. Denn die ideelle und praktische Hilfe für den Verein ("und deren Mitgliedsbeiträge") "sind unverzichtbar, wenn wir anderen helfen wollen", betonte Vorsitzender Braun und bedankte sich bei allen Anwesenden für deren Einsatz. Insbesondere erwähnte er eine Spedition im Odenwald, die bei ihren deutschlandweiten Fahrten immer wieder Spendengüter für den Verein transportiere.

Weitere Informationen über den Riedstädter Verein gibt dessen Homepage "www.malawi-hilfe.de". Auskünfte gibt es zudem unter der Vereins-E-Mail-Adresse info@malawi-hilfe.de und fernmündlich beim Vorsitzenden Dr. Harald Braun, Telefon 0611 7243340.

Darmstädter Echo, 14.07.2005