Ökopommes und Sparlampen
Markt: Agendagruppen stellen ihre Arbeit vor- Stationen des Naturerlebnispfades gezeigt
27 Stationen des Naturerlebnispfades, der im September nördlich von Goddelau im Alt-Neckarbett eingeweiht werden soll, konnten Besucher bereits gestern auf Abbildungen auf dem Riedstädter Ökomarkt begutachten; die Agenda-Projektgruppe nutzte den Markt dazu, über ihre Arbeit mit der Bevölkerung zu diskutieren.
Die Besucher auf den Richthofenplatz in Erfelden nutzten die Chance - am Agenda-Stand war immer was los. Eine Larve des grünschillernden Rosenkäfers, Schlammschnecken oder auch ein Wespennest hatte die Agendagruppe "Wilde Tiere" mitgebracht. Sie erläuterten die Nützlichkeit dieser Tiere im Garten für einen funktionierenden Naturkreislauf. Außerdem gaben sie Tipps, wie mit Schilfbündeln oder trockenen Holunderstöckchen Nisthilfen gebaut werden können.
Der Energietisch informierte gezielt über Altbausanierung und seine Finanzierung. Mit einem Quiz, bei dem Sparlampen und Standby-Schaltgeräte zu gewinnen waren, sollten die Besucher angeregt werden, über Energiesparen nachzudenken.
Am Agendastand mit Schwerpunkt Nahverkehr Informierte die Gruppe über ihre Verbesserungsvorschläge. Die zuständige lokale Nahverkehrsgesellschaft werde noch in diesem Sommer über deren Umsetzung entscheiden, hieß es am Stand.
Mit großen Lageplänen und Gewässerdiagrammen (der vergangenen 30 Jahre) informierte die Gruppe "Wassermanagement". Die Standbesucher konnten mit Bezug auf ihren Ortsteil recherchieren, wie hoch dort das Grundwasser steht und wie es im "Jahrhunderttrockenjahr" 1975 und bei extrem hohem Grundwasserständen von 1960 bis 1965 war. Farbige Karten informierten zudem über das Druckwasserproblem in und um Riedstadt.
Auch die meisten der anderen 25 Öko-Markt-Stände bezogen sich mit ihrem Angebot auf das Öko-Schwerpunktthema. Ob spezielle Bau- und Dämmstoffe angeboten wurden oder Honig, Spielzeug aus Holz oder Biopommes, Ökobier und kaltgepresstes Öl, die ökologisch orientierte Erzeugung oder der sparsame Umgang mit den Ressourcen stand mit dem Angebot in Zusammenhang.
Unter den diesjährigen Neuanbietern war auch eine Abteilung der Gemeinde. Sie zeigte einheimische Sträucher, die auch für den kleinen bis mittleren Hausgarten taugen.
Der Stand "Hilfe für Malawi" lockte gestern die Besucher mit frittiertem "Kasawa" an. Diese am Stand frisch zubereiteten Maniokchips - die ähnlich wie Kartoffelchips schmecken - seien ein wichtiger Stärkelieferant für die Bevölkerung. Aus der Menge des landesweiten Verbrauchs dieser "Frucht der Armen" lasse sich der Ernährungszustand der jeweiligen Landbevölkerung ablesen, sagte der ehemals in Malawi tätige Arzt Harald Braun .
Darmstädter Echo, 30.05.2003
