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Verwaltung soll schnell aktiv werden

Perspektivenausschuss: Planung des Natur-Erlebnispfades nimmt konkrete Gestalt an und findet Zustimmung

RIEDSTADT. Zweieinhalb Kilometer lang soll der "Goller Erlebnispfad Altes Neckarbett" werden, wenn Riedstadts Parlamentarier dem zustimmen, was die Agenda-Projektgruppe (AG) geplant hat. Mitglieder der AG stellten ihre Ideen am Donnerstag im Perspektivenausschuss vor. Der geplante Pfad mit seinen 30 Stationen - etwa ein Barfußpfad am "Eichhörnchen-Telefon" vorbei, über die Römerbrücke bis zum Vogelbeobachtungsturm - soll am Goddelauer Volkspark (Pappelwäldchen) gegenüber der Halfpipe beginnen. Rund um die dort vorhandene Grillhütte sind erste Informationsstationen. Die weiteren sind am Weg durch das Pappelwäldchen, am Wiesenweg entlang zur Nachtweide und am Rande des Alten Neckarbettes.

Die Entstehungsgeschichte der Landschaft sei ebenso ein Schwerpunktthema wie die Vielgestaltigkeit der Natur, erläuterten AG-Mitglieder am Donnerstag. Der Pfad im Norden Goddelaus sei besonders günstig von den dortigen Schulen und der Heilpädagogischen Einrichtung zu erreichen. Den jugendlichen Besuchern sollen die Informationen spielend beigebracht werden, hieß es: zum Beispiel beim Matschen mit den unterschiedlichen heimischen Bodenarten oder beim Bau einer Indianerhütte aus bereitliegenden Pappelästen.

Am "Eichhörnchen-Telefon" - ein langer Baumstamm auf zwei Auflagen - können Besucher etwas über die Resonanzeigenschaften des Holzes erfahren, wenn sie Klopf- und Kratzgeräusche übermitteln. Eine Waldorgel, eine Waldmurmelbahn, ein aktives Bienenvolk, Balancierstämme und eine Streuobstwiese ermöglichen, die Sinne zu schärfen. Auf einer Baumliege (ein zum Verweilen geformter Baumstamm) können Besucher danach ausruhen und - während sie in die Baumkrone schauen - riechen, hören, entspannen.

Die AG legte den Parlamentariern auch Kostenschätzungen vor: Das Eichhörnchen-Telefon zum Beispiel kostet 175 Euro; die laufenden Unterhaltskosten schätzt die Gruppe auf rund 25 Euro pro Jahr.

In der Diskussion stimmte der Perspektivenausschuss der Planung einhellig zu. Da Riedstadt vom Land Hessen maximal 50 Prozent der Projektkosten als Zuschuss bekommen kann - höchstens 25 000 Euro, die bis Ende Juni geltend gemacht werden müssen -, forderten Ausschussmitglieder die Verwaltung auf, "schnell aktiv zu werden".

Des weiteren informierte sich der Ausschuss über das Arbeitsergebnis der Agendagruppe "Öffentlich noch mobiler". Horst Kränzle und Frank Fischer berichteten über die umfangreiche Schülerbefragung an der Martin-Niemöller-Schule: 535 Auswertungen, mit denen das Mobilitätsverhalten der Schüler analysiert werden sollte. Als Hauptziele nannten die Schüler Darmstadt, Riedstadt und Groß-Gerau. Sie wünschten sich billigere ÖPNV-Tickets, mehr und neue Verbindungen: etwa für den Rückweg vom nächtlichen Diskobesuch.

Die Arbeitsgruppe schlug begründet vor, für besondere Ereignisse (zentrale Veranstaltungen in Darmstadt, Groß-Gerau, Griesheim) gezielt einen Nachtbus einzusetzen. Zudem plädierten sie für Anruf-Sammeltaxis, die nachts von Griesheim in die Riedstädter Ortsteile fahren oder auch Crumstadt, Erfelden und Leeheim besser an die Buslinie 5505 (am Bahnhof Goddelau) anbinden.

Da sämtliche Lösungsansätze nur über zusätzliche Kosten realisiert werden können, die den Riedstädter Haushalt belasten, zeichnete sich in der Diskussion noch keine Lösung zur Verbesserung des bisherigen ÖPNV ab.

Der Perspektivenausschuss kommt zur nächsten Sitzung am 26. Mai um 19.30 Uhr im Rathaus Crumstadt zusammen.

Darmstädter Echo, 26.04.2003